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Die Geschichte der Färöer InselnEtwa im Jahre 700 besiedelten zuerst irische Mönche die Inselgruppe. Von einem dieser Mönche stammt auch das erste Schriftstück über die Färöer. Vertrieben wurden die Iren vermutlich durch norwegische Wikinger, die sich jedoch nicht endgültig auf den Inseln niederließen. Dazu kam es erst zu der Zeit des norwegischen Königs Harald Schönhaar (ca. 860-930). Unter seiner Herrschaft entwickelte sich eine Auswanderungswelle, die einige Bauernfamilien auf die Färöer trieb. Diese lebten beinahe autark auf ihren Höfen und importierten nur Holz, Metall und Getreide, welches sie mit Wolle bezahlten. Adelsbauern herrschten über relativ große Landflächen, die von abhängigen Arbeitskräften betrieben wurden. Wie auch in Norwegen existierte das Thing, eine Versammlung, in der Streitfragen, die mehr als einen Hof betrafen, entschieden wurden. Innerhalb der führenden Sippen soll es einer Saga nach Machtkämpfe gegeben haben. Hierbei wurden vor allem der heidnische Tróndur í Gøta und der christliche Sigmundur Brestisson genannt. Als Gefolgsmann des norwegischen Königs brachte Sigmundur die Färöer Inseln wieder unter die norwegische Herrschaft und bemühte sich, die Bewohner der Färöer zum Christentum zu bekehren. Im Jahr 999 überfiel er den Hof von Tróndur und stelle ihn vor die Wahl, getauft oder getötet zu werden. Tróndur gab nach und mit seinem erzwungenen Übertritt zum Christentum erfolgte auch der der übrigen Bauern. Im Jahr 1035 wurde Leifur, ein Ziehsohn des mittlerweile verstorbenen Tróndur, zum alleinigen Lehnsherren über die Färöer ernannt. Die Kirche stellte die Verbindung zwischen den Färöer und Norwegen dar, indem sie Abgaben für die norwegische Herrschaft einnahm. Der Kirche gehörte bald 40% des Landes, was besonders auf den Bischof Erlendur zurückzuführen war. Dieser wurde 1308, während er den Magnusdom in Kikjubøur bauen ließ, von Aufständischen gestürzt. Der Dom ist bis heute nicht fertig gebaut. 1200 wurde durch König Sverni die Leibeigenschaft aufgehoben und 1271 wurde durch ein Dekret Magnus VI. der Außenhandel der Inseln geregelt. 1298 wurde weiterhin durch den sogenannten " Schafsbrief" dementsprechend die Binnenwirtschaft der Färöer gesetzlich organisiert. 1361 erhielten die Inseln die offizielle Erlaubnis Norwegens für das Ankern von Hansekoggen, was auch bei den der Hanse verfeindeten Ländern England und Holland Interesse am Handel mit den Färöer weckte. Dieser Kontakt war von großer Bedeutung, da er wertvolle Lebensmittel auf die Inseln brachte. Die Schattenseite zeigte sich jedoch 1350, als die Pest die Färöer heim suchte und fast ein drittel der Bevölkerung forderte. Mit dem Jahr 1450 kam es für die Färöer zu einem stärkeren dänischen Einfluss, da durch eine dänisch-norwegische Union Norwegen nur noch ein Anhängsel von Dänemark war. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts trieben zahlreiche Überfälle durch hauptsächlich englische, französische und irische Piraten die Bewohner der Inselgruppe zunehmend in die Berge. Durch die Reformation wurde Norwegen 1535 protestantisch und der dänische König Christian III. ließ die Bischöfe der Färöer absetzen. Mehr als die Hälfte des färingischen Landes ging in den Besitz der Krone über. Seit der Reformation wurden die Gottesdienste auf den Färöer in der Staatssprache dänisch gehalten. Da Dänemark Geld brauchte, fungierten seit 1520 Hamburger Kaufleute als Lehnsherren. Größtenteils waren diese auch bis 1665 als Handelsmonopolisten tätig. 1579 erhielt der Färinger Magnus Heinason für vier Jahre das Handelsrecht. In dieser Zeit ließ er eine Festung gegen Piraten und auch ein Kriegsschiff bauen. Er wurde 1589 wegen angeblicher Piraterie in Kopenhagen hingerichtet. Von 1619-1662 übernahm die Kopenhagener Isländische Kompanie den Handel mit den Färöer. 1709 entstanden durch den Besuch einer dänischen Kommission die ersten Landkarten von den Färöer. Man zählte etwa 80 Ansiedlungen mit 39 Kirchen. Die Bevölkerung war stark verarmt und zudem teilweise hoch verschuldet. Nach diesem Besuch standen die Färöer unter zentralistischer Kontrolle Kopenhagens. 1767 errichtete der dänische Kaufmann Niels Ryberg ein Transitdepot auf den Färöer in Tórshavn. Die Waren gingen illegal nach England und die Färinger profitierten von der Schmuggelei fast 20 Jahre, bis das Depot aufgegeben werden musste. 1766 wurde ein färingischer Nationalheld geboren: Nólsoyar Páll, mit richtigem Namen Poul Poulsen. Poul lernte Bootsbau und Navigation, zudem interessierte er sich für Medizin und Literatur. Nach einem längeren Aufenthalt in Kopenhagen kehrte er 1800 auf die Färöer zurück, baute ein kleines Schiff und ging damit auf Fischfang und unternahm Handelsreisen nach Bergen und Kopenhagen. 1805 brachte er den Impfstoff gegen die Pocken auf die Inseln. Zwei Jahre später reiste er mit einer Petition zur Aufhebung des Handelsmonopols nach Kopenhagen. Jedoch ließ der englisch-dänische Krieg sein Befangen scheitern. Englische Kriegsschiffe kamen auf die Färöer und konfiszierten dänisches Monopoleigentum. Poul starb 1808 bei einem Schiffsuntergang, als er auf dem Weg zu den Inseln war, um ihnen Getreide zu bringen. Dänemark verlor den Krieg und musste Norwegen und Schweden als unabhängig erklären, während Island, Grönland und die Färöer unter seiner Herrschaft blieben. Die Inseln erholten sich langsam: Die Bevölkerung wuchs und man begann Fisch zu exportieren. Die Entwicklung zu einem modernen Industriestaat wurde 1856 durch die Aufhebung des Handelsmonopols unterstützt. 1848 wurde in Dänemark eine konstitutionelle Monarchie errichtet, die für die Färöer zur Folge hatte, dass sie zwei Abgeordnete entsenden durften.1852 wurde auf den Färöer das Inselparlament eingeführt. 1906 wurde schließlich die erste Partei, die Selbstverwaltungspartei, gegründet. Im selben Jahr wurde auch noch die Unionspartei gegründet. 1925 erfolgte die Gründung der Sozialdemokratischen Partei in Folge des Ersten Weltkriegs, der durch steigende Salzpreise erste Arbeitskämpfe auf den Färöer hatte entstehen lassen. Am 12.04.1940 landeten englische Truppen auf den Färöer und trennten gänzlich den Kontakt zu Dänemark. 1944 wurden die meisten Truppen abgezogen, so dass von 8000 Soldaten nur etwa 400 bis zum Ende des Krieges blieben. Durch die fünf jährige Trennung von Dänemark trat nach dem Krieg der Autonomiegedanke verstärkt in Erscheinung. 1946 zeigte sich für diesen Gedanken eine knappe Mehrheit. Zwei Jahre später entstand immerhin das Selbstverwaltungsgesetz. Heute herrscht auf den Färöer die parlamentarische Demokratie vor. Alle vier Jahre werden Mitglieder des Inselparlaments neugewählt. Die Parteienlandschaft weist im groben immer noch zwei verschiedene Strömungen auf: Eine Gruppe steht für eine stete Bindung an Dänemark, die andere kämpft nach wie vor für die Autonomie der Färöer. zurück |
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